Modul Sozialraum erfassen

Im Rahmen der Entwicklungswerkstätten an drei Hamburger Grundschulen sind im Schuljahr 2024/25 insgesamt sechs jeweils mehrtägige Projekte geplant und durchgeführt worden, in denen Kinder ihren Sozialraum entdeckt haben. Die einzelnen Projekte hatten dabei jeweils spezifische thematische Schwerpunkte: Sicherheit auf dem Schulweg, Mittagsfreizeit, Freizeit-Orte, Mein Stadtteil, Müll im Stadtteil und Freundschafts-Orte.

Hintergrund und Relevanz: Die Perspektive von Kindern auf ihre Lern- und Lebenswelt lässt Rückschlüsse darauf zu, wie Kinder schulische und außerschulische Räume wahrnehmen, wie sie sich Räume aneignen, aber auch welche Aneignungsbarrieren mit bestimmten Räumen verbunden sind. Sozialräumliche ausgerichtete orientierte Studien der Child-Well-being-Forschung untersuchen, wie Räume gestaltet sein müssen, damit Kinder sich in ihnen wohlfühlen. Besonders aufschlussreich sind qualitative und partizipative Studien, die Wohlbefinden aus der Perspektive von Kindern rekonstruieren. Sie zeigen, dass Kinder sich dann wohlfühlen, wenn sie sich beteiligen und mitbestimmen können, sich sicher und geschützt fühlen sowie Wertschätzung und Anerkennung erfahren (Fattore et al., 2016). Diese Dimensionen sind in der Grafik als ineinandergreifende Kreise dargestellt und dienen zugleich als Rahmen zur Einordnung der entwickelten Projekte.

Projektbeschreibungen: Die Projektbeschreibungen orientieren sich an den von den Schulen erprobten Projekten. Sie werden als Scrollypages dargestellt, das heißt Webseiten, bei denen beim Herunterscrollen Texte, Fotos, Grafiken, Animationen, Karten oder Arbeitsmaterialien erscheinen. Folgende Merkmale zeichnen die Projektbeschreibungen aus:

 

  • jedes Projekt weist einen spezifischen thematischen Schwerpunkt auf (siehe Abbildung)
  • die Projekte beziehen sich überwiegend auf außerschulische Sozialräume, aber auch auf schulische Sozialräume (Mittagsfreizeit)
  • es handelt sich um mehrtägige Projekte, die entweder als einzelne Projekttage über mehrere Wochen verteilt oder als kompakte, zusammenhängende Projektphase durchgeführt werden können
  • die Projekte können je nach Jahrgangsstufe, Gruppengröße und gewähltem Schwerpunkt angepasst werden
  • die Projekte bieten Anknüpfungspunkte sowohl für fachliches als auch fächerübergreifendes Lernen (u.a. Sachunterricht, Kunst oder Deutsch)
  • die Schüler:innen erkunden Sozialräume digital gestützt mit Hilfe der App #stadtsache, alternativ kann aber auch mit der Nadelmethode gearbeitet werden, bei der Merkmale eines Sozialraums auf einem gedruckten Stadtplan mit Nadeln oder anderen Markierungen sichtbar gemacht werden können
  • es stehen ergänzende Lern- und Arbeitsmaterialien zur Verfügung für den Einstieg in ein Thema oder seiner Vertiefung
  • die Projekte verstehen Kinder als Expert:innen ihrer Lern- und Lebenswelt und ermöglichen ihnen eine altersgerechte Beteiligung an der Gestaltung schulischer und außerschulischer Sozialräume

Projekt: Mein Stadtteil

Das Projekt Mein Stadtteil möchte Schüler:innen dazu anregen, ihre unmittelbare Lebenswelt aktiv, reflektiert und digital gestützt zu erkunden. Im Mittelpunkt steht dabei die Perspektive der Kinder auf für sie bedeutsame Orte ihres Stadtteils – etwa Sehenswürdigkeiten, Parks, Spielplätze oder kulturelle Einrichtungen. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Stadtteil und dessen Erkundung soll dazu beitragen, Kinder als Expert:innen ihrer Lebenswelt anzuerkennen und es soll Kinder ermutigen, sich stärker mit ihrem Stadtteil zu identifizieren und ihn aktiv mitzugestalten.

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